Die Verfasser:innen der Arbeit 1016 schlagen mit ihrem Beitrag einen langgestreckten Baukörper entlang der Bahnlinie vor, in dem die unterschiedlichen Nutzungen linear aufgereiht sind. Ergänzend zu diesem dominierenden Baukörper sind der Bandproberaum mit den Außen-WCs und der Stellplatz für den Bus in zwei weiteren, wesentlich kleineren Volumen untergebracht, die sich durch ihre Höhe und Orientierung vom Hauptgebäude ablösen. 

Es entsteht so ein ungewöhnliches Ensemble, das durch die geringen Abstände der Baukörper untereinander und die großen Unterschiede in der Dimension auf interessante Weise bewusst unproportioniert erscheint. Leider beherbergen die durch ihre bauliche Ablösung herausgehobenen Einzelkörper eher profane Nutzungen. 

Von der Stadt kommend, führt der Weg den Besucher zu knapp an der Gebäudeecke des Hauptgebäudes vorbei. Der eigentliche Eingang zu den Hauptnutzungen befindet sich, etwas schlecht auffindbar, in einem als Gebäudefuge formulierten „Marktplatz“. Die besondere inszenatorische Qualität dieses zu beiden Seiten verglasten Zwischenraums wird durch das Preisgericht gewürdigt. Leider öffnet sich mit dem Café nur eine der beiden angrenzenden öffentlichen Nutzungen zu diesem Platz hin. 

Auf dem Weg vom neuen Park zurück zur Stadt fungiert der durch den „Bandprobe-Turm“ formulierte Hochpunkt auf überzeugende Weise als Wegmarke. 

Für die Fassaden der Gebäude wird eine mehrschichtige Konstruktion vorgeschlagen. Die äußere Schicht aus Holzlamellen dient dabei als halbtransparenter Filter vor der verglasten Hülle. Dahinter befinden sich umlaufend Erschließungsflächen. Die durch die parallele Stellung des Hauptgebäudes zur Bahnlinie entstehende Vorder- und Rückseite des Gebäudes wird in der inneren Organisation damit nicht berücksichtigt. 

Auf diese Weise entsteht – trotz der teilweise transparenten, aufwendigen und kostspieligen Konstruktion – ein nach innen gewandtes Haus. Die öffentlichen Nutzungen haben kaum Beziehung zum Außenraum, die auch eine soziale Kontrolle der Freiflächen gewährleisten könnte. 

Nicht nachvollziehbar ist die einheitliche, für die größeren Räume zu geringe Gebäudehöhe des Hauptbaus. 

Obwohl der Entwurf mit seinen wirtschaftlichen Kenndaten (Gebäudevolumen, Flächeneffizienz) eher im günstigen Bereich liegt, ist durch die aufwendige Fassadenkonstruktion von erhöhten Herstellungskosten auszugehen. 

Insgesamt überrascht der Beitrag durch seine eigenwillige städtebauliche Setzung, kann aber durch Mängel im Grundriss und seinen mangelnden Bezug zur Landschaft nicht gänzlich überzeugen. 

Der langgestreckte Baukörper schmiegt sich an Straße bzw. Bahnlinie und öffnet dadurch einen maximal großen Freiraum, der zur Jagstaue orientiert ist. Im Eingangsbereich entsteht ein schöner Zwischenraum, der allerdings der einzige Innen/ Aussenbezug darstellt.